Teilen
Teile diese Beitrag

Basel–Flandern–Holland–Friesland–Basel

27. Februar 2024 in Reisebericht
Autor: A. Näf
Basel–Flandern–Holland–Friesland–Basel

2 Wochen Flussfahrt auf der MS Antonio Bellucci mit wunderschönem Routing, jede Menge Städte und besonderen Events erleben: Diese Holland-Reise verbindet Sightseeing mit Natur, Genuss und Erlebnis.

1. Tag Auftakt zur Holland-Flussreise mit Hindernissen

Vollkommen relaxt trafen wir am Bahnhof in Basel ein. Nun noch einige Minuten mit der Tram und dann aufs Schiff, dachten wir. Doch es kam anders: Plötzlich eine Durchsage, dass die Tram heute anders fährt. Da wir in Basel nicht ortskundig waren, nahmen wir an, dass wir trotzdem zur Schiffslände gelangen würden. Doch langsam wurde ich stutzig: Waren wir nicht gleich schon im französischen Nachbarort St. Louis? Nach kurzer Rückfrage bei einem Fahrgast verliessen wir fluchtartig die Tram. Was nun, ein Taxi? Aber weit und breit kein Taxistand und kein freies Taxi. Bei brütender Hitze machten wir uns mit unseren Koffern zu Fuss zur nächsten Bushaltestelle – wo angeblich ein Bus in Richtung Schiffslände fahren sollte.

Inzwischen hatten wir erfahren, dass der Verkehr aufgrund einer Demo umgeleitet wurde. Allerdings ran die Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes nur so dahin, wie sollten wir das noch schaffen? Parallel, das erfuhren wir später, wurde auf dem Schiff schon nach uns gesucht. Da ich aber vergessen hatte, mein Handy von lautlos wieder umzuschalten, blieben alle Versuche, mich zu erreichen, ungehört. Wir erreichten das Schiff dann doch noch zehn Minuten vor Abfahrt, wo wir bereits herzlichst erwartet wurden. Die Angestellten nahmen uns unser Gepäck ab und wir konnten in Ruhe einchecken und uns auf die bevorstehende Reise freuen.

2. Tag Eingewöhnen auf die Flusskreuzfahrt

Nach unserer hektischen Anreise ein Tag ganz nach unserem Geschmack: Zum Ankommen, Schiff-Erkunden und Faulenzen. Eine willkommene Unterbrechung beim Geniessen der vorüberziehenden Landschaften waren die Passagen der vielen Schleusen – und natürlich nicht zu vergessen, das ständige Konsumieren von Speisen und Getränken. Beim Chillen auf dem Sonnendeck wurden erste Kontakte mit mitreisenden Gästen geknüpft. Am Abend passierte das Schiff den «Romantischen Rhein».

3. Tag Nijmegen – Stadtbesichtigung mit römischen Spuren

Erster Halt: Nijmegen! Beim Stadtrundgang stellten wir fest, wie sehr die alten Römer diese niederländische Stadt geprägt haben. Bereits hier hatten die Velos als Fortbewegungsmittel oberste Priorität. Architektonisch imposant war die Nikolauskapelle im Valkhofpark mit ihren achteckigen inneren und sechzehneckigen äusseren Gemäuer.

4. Tag Maastricht – Universitätsstadt durch und durch

Als eine der ältesten Städte der Niederlande fasziniert Maastricht durch die mittelalterliche Altstadt, viele Kulturdenkmäler, eine imposante Stadtmauer mit Wehrtürmen sowie den schönen Stadtpark. Aus einem ehemaligen Kloster entstanden kleine Mietwohnungen und die Universitätsstadt bietet Studierenden heute aussergewöhnliche Studiengänge an.

Besonders beeindruckend waren die gut besuchte Buchhandlung und die Bibliothek Dominicanen, die sich in einer Kirche befindet. Der Clou: Die jetzige Nutzung kann schnell wieder in den ursprünglichen Zustand als Gotteshaus zurückversetzt werden.

Leckermäuler kamen bei der Stadtbesichtigung Maastrichts in einer alten Mühle mit angegliederter Bäckerei mit sehr gutem Sortiment auf ihre Kosten. In Maastricht sahen wir zum ersten Mal E-Bikes, die durch Sonnenenergie gespeist wurden. Umweltfreundlichkeit hat hier oberste Priorität.

Abends Fortsetzung der Flussfahrt Richtung Antwerpen durch die Schleuse von Lanaye in den Albert-Kanal.

5. Tag Unvergessliche Flussfahrt-Etappe: Rundgang durch Antwerpen

Von der grössten Hafenstadt Belgiens an der Schelde und dem wichtigsten Diamantenhandelsplatz der Welt bekamen wir einen sehr guten Eindruck während einer Stadtrundfahrt mit anschliessendem Rundgang. Wir hatten das grosse Glück, mit Sophie eine Reiseleiterin zu bekommen, die uns sofort in ihren Bann zog und uns ihre Stadt mit so viel Enthusiasmus nahebrachte, wie wir es bisher selten erlebt haben. Begeistert folgten wir ihren Ausführungen und lernten eine Menge dazu.

Mit Herzblut brachte Sophie uns die Werke von Peter Paul Rubens in der gotischen Liebfrauen-Kathedrale näher. Im Zentrum der belgischen Hafenstadt Antwerpen zeugt ein Monument davon, dass der Stadtname von «Handwerfen» stammt. Der Grote Markt mit dem prachtvollen Renaissance-Rathaus, entzückende kleine Gassen mit Cafés und Boutiquen, die faszinierende Centraal Station aus der Gründerzeit, das Hafenareal mit grossen Speichern und noch vieles mehr lassen diese Etappe der Flussreise in Erinnerung bleiben. Am Abend nahm das Schiff Fahrt Richtung südwestniederländische Gemeinde Terneuzen auf.

6. Tag Terneuzen–Gent: Mittelalterlicher Charme von Ostflanderns Hauptstadt

Vormittags startete der Transfer in die Hauptstadt der Provinz Ostflandern am Zusammenfluss von Laie und Schelde. Beim Stadtrundgang durch Gent über die St.-Michaels-Brücke mit herrlichem Blick auf Graslei und Korenlei mit ihren herrlichen Gildehäusern ging es in die mittelalterliche Innenstadt. Bei der Stadtbesichtigung offenbarte sich die Menge an kulturhistorisch wertvollen Gebäuden, die allesamt erhalten und denkmalgeschützt wurden.

2. Etappe dieses Flussreise-Tags: Brügge mit Backsteinbauten in allen Farben

Zum Ausflug nach Brügge ging es nach dem Mittagessen an Bord. Beim Rundgang durch den Minnewaterpark fielen zuerst die schönen Brückengeländer ins Auge, die mit prachtvollen Blumen geschmückt waren. Die vielen Brücken über die unzähligen Kanäle tragen dazu bei, dass Brügge auch als «Venedig des Nordens» bezeichnet wird. Eindrucksvoll ist die Geschichte des «Begijnhof», wo auch heute noch Schwestern des Benediktiner-Ordens und alleinstehende Frauen wohnen. Bei Kutschfahrten durch die mittelalterliche Stadt konnten wir die bunten Backsteinbauten in allen Farbtönen von Rot über Gelb bis Anthrazit bewundern. Kulinarisch zu erwähnen sind natürlich die riesige Auswahl an belgischer Schokolade, die leckeren heissen Waffeln à la maison und nicht zuletzt die vielen Sorten belgisches Bier. Ein Ausflug für alle Sinne!

Am Abend wurde die Flusskreuzfahrt über die Schelde nach Vlissingen in den Kanaal door Walcheren nach Middelburg fortgesetzt.

7. Tag Middelburg: Bezaubernde Stadt, beeindruckendes modernes Weltwunder

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Ausfluges zu den Deltawerken, dem grössten Sturmflutwehr der Welt. Die halbtägige Besichtigung dieses gigantischen Jahrhundertwerks in Zeeland war nur leider etwas kurz. Zu Recht wird es als Weltwunder bezeichnet. Wohl keiner der Besucher war nicht von der 4D-Animation der Sturmflutkatastrophe von 1953 beeindruckt – und auch erschüttert. Der anschliessende Rundgang entlang der Schutzmauern machte die einmalige Leistung der Ingenieure und ausführenden Bauarbeiter deutlich.

Am Nachmittag unternahmen wir auf eigene Faust einen Rundgang durch Middelburg, die schöne Hauptstadt der Provinz Zeeland. Wir bummelten durch verwinkelte Gassen, bewunderten historische Grachtenhäuser sowie das spätgotische Rathaus mit dem «Lange Jan» und fanden Middelburg ganz bezaubernd.

8. Tag Amsterdam – Besichtigung der niederländischen Landeshauptstadt

Am heutigen Tag startete der Ausflug zur Insel Marken – eine interessante Fahrt entlang von Poldern (trockengelegtes Land aus dem Meer). Nach der Besichtigung einer Käserei mit anschliessender Verkostung fuhren wir zum hübschen Städtchen Broek in Waterland. Beim beschaulichen Spaziergang durch den Ort entlang wunderschöner Anwesen faszinierte eine unvergleichliche Blütenpracht der Gärten. Ein rundum entspannter und schöner Ausflug auf dieser Flussfahrt.

Zum Mittagessen kamen alle Ausflugsteilnehmenden mit neuen Eindrücken zurück an Bord. Am Nachmittag stürzten wir uns dann in das touristische Gewimmel von Amsterdam, was wir aber ziemlich schnell wieder in Richtung Schiff und Ruhe verliessen. Am Abend stand ja noch die Grachtenfahrt bevor. Leider hatte da der Wettergott seine eigenen Ansichten und schüttete während der ganzen Fahrt Wasser vom Himmel. Schöne Fotos zu schiessen war da leider unmöglich.

9. Tag Kampen–Lemmer: Hübsche Bauernhöfe und Hafenstädtchen

Der freiwillige Ausflug nach Giethorn, das auch holländisches «Venedig des Nordens» genannt wird, ist sehr empfehlenswert. Durch den fast autofreien Ort schlängeln sich viele Wasserstrassen, Spazier- und Velowege. Beim Stadtrundgang über hohe, kleine Holzbrücken durch den typisch holländischen Ort begeisterten die hübschen, reetgedeckten Bauernhöfe mit ihren schönen Gärten auf kleinen Torfinseln. Das kleine Dorf befindet sich umsäumt von Schilfgürteln und Waldgebieten in einem Naturschutzgebiet.

Den Abend verbrachten wir in dem hübschen, kleinen Hafenstädtchen Lemmer. Danach startete die Weiterfahrt über das IJsselmeer zur Insel Texel.

10. Tag Oudeschild–Hoorn: Flussreise mit lustigen Möwen und Seehunden

Die Insel Texel, von der ich schon viel gehört hatte, erwartete uns zu einer umfangreichen Inselrundfahrt. Erster Stopp war am Leuchtturm, den wir allerdings nicht besteigen konnten. Weiter ging es entlang von Sanddünen, Wäldern und malerischen Dörfern durch das Naturschutzgebiet zum nächsten Höhepunkt, dem Naturkundemuseum Ecomare, ursprünglich eine Seehunde-Auffangstation. Dieser Besuch war sehr kurzweilig und wurde gespickt mit lustigen Einlagen der Tiere, vor allem der Möwen, die auch was von der Fütterung der Seehunde abhaben wollten. Abends spazierten wir durch den hübschen Hafenort Hoorn, bevor die Schifffahrt über das IJsselmeer Richtung Düsseldorf fortgesetzt wurde.

11. Tag Flusstag: Erste Eindrücke der Holland-Flussreise wirken lassen

Nach den vielen, neuen Eindrücken, die wir in den letzten Tagen sammeln konnten, genossen wir den Tag mit allen Annehmlichkeiten an Bord. Faszinierend waren immer wieder die vielen Schleusenpassagen, bei denen auch manchmal eine Ladung Wasser auf die Passagiere plätscherte. Besonders geschätzt und genossen wurde am Abend an Deck das Barbecue.

12. Tag Düsseldorf – «längste Theke der Welt»

Nach einem Tag des Relaxens erwartete uns die Messe- und Medienmetropole Düsseldorf. Am Medienhafen bewunderten wir die interessante Architektur der Gehry-Bauten. Ganz entspannt konnten wir durch die «längste Theke der Welt», Düsseldorfs Altstadt, bummeln, da am Vormittag in den Kneipen noch nicht viel los war. Entlang der schönen Uferpromenade schlenderten wir zurück zum Schiff.

13. Tag Braubach – Marksburg und «Romantischer Rhein»

Vom romantischen Fachwerkstädtchen Braubach startete der Ausflug zur Marksburg, der einzigen unzerstörten Höhenburg am Rhein.

Der Nachmittag bescherte uns dann eine beschauliche Schifffahrt entlang des «Romantischen Rheins» mit dem sagenumwobenen Loreleyfelsen. Informationen über Informationen zur Gegend und den vorüberziehenden Ortschaften lieferte uns eine einheimische Dame. Eine unglaubliche Leistung – nur irgendwann war man vollkommen überfordert und konnte kaum noch etwas aufnehmen.

14. Tag Gambsheim–Strasbourg: Stadtrundfahrt Baden-Baden

Ab Gambsheim führte unser heutiger Busausflug zur Stadtbesichtigung nach Baden-Baden und zum Weingut Schloss Neuweier. Nach einem Stadtrundgang durch die Bäderstadt und etwas verbleibender Freizeit fuhren wir dann zum Weingut Schloss Neuweier. Von der Familie Schätzle wurden wir sehr herzlich auf diesem wunderschönen Kleinod empfangen. Bei einem schmackhaften Imbiss verkosteten wir die dort gekelterten Weine und erfuhren von Herrn Schätzle viel über den Weinbau.

Nach gelungenem Ausflug folgt das Galadinner: das Ende der Flusskreuzfahrt

Das festliche Abschieds- bzw. Galadinner ist immer ein Zeichen dafür, dass sich die Reise dem Ende nähert. Nicht nur für die Gäste ist das ein Höhepunkt, denn selbst der Crew scheint es immer wieder Freude zu bereiten.

15. Tag Basel: Etwas länger dauernde Rückkehr in den Heimathafen

Die Ankunft in Basel verzögerte sich durch diverse Wartezeiten an den Schleusen etwas, so dass wir nach dem letzten Frühstück noch etwas Zeit auf dem Schiff bei letzten Gesprächen verbringen konnten, bevor sich unsere Wege trennten und diese ereignisreiche Flusskreuzfahrt zu Ende ging.

Kategorien: Reisebericht

Weitere Beiträge